Konvent der Mecklenburgischen Theologie- und Gemeindepädagogikstudierenden

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Konvent der Mecklenburgischen Theologie- und Gemeindepädagogikstudierenden


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Wir kommen aus Mecklenburg und studieren an unterschiedlichen Orten Theologie oder Gemeindepädagogik. Weil wir vorhaben, irgendwann ein Amt in der mecklenburgischen Landeskirche zu übernehmen, treffen wir uns und arbeiten zusammen, auch um unsere Interessen gegenüber der Landeskirche zu vertreten. Und wenn für uns auch manches noch in den Sternen steht, gibt es so doch einen KoMeTh, der uns einmal im Jahr nach (Stift) Bethlehem zusammen führt.

Auf unserer Seite gibt es Informationen darüber, was wir so machen, Bilder von unseren Aktivitäten und landeskirchen-spezifische Tipps für das Studium.



Gedanken zum Frühjahr 2010
von Johanna Levetzow

frühlingsbeginn

 

weißen ich schneen

frier beißen finger

fußen eis rutschen

nasen ich tropf-tropf

 

Wie es der Lyriker Ernst Jandl hier dichtet, mag es in den letzten Wochen Vielen ergangen sein. Der Winter war lang, die Menschen rutschten, schlitterten, glitten aus, die Finger froren, der Schneematsch durchnässte die Füße, die Streusplittsteinchen verhakten sich in Schuhen und Socken, zerkratzten den Dielenboden und klebten sogar an den nackten Füßen, die Nasen tropften, manch Zähne knirschten. Dieser Winter hat viele ganz schön gebeutelt.

Doch mitten in der Fastenzeit scheint es wieder auf, das Licht. Die langen Winterwochen sind schon hier und da durchbrochen durch einen Sonnenstrahl, durch Wärme, durch den hellen Schein.

Was hilft uns eigentlich, die kalten, düsteren Tage zu erleben und was ist es, was unser Leben wärmt und nährt?

Vielleicht kennt ihr ja die Geschichte von der Maus Frederic, die im Sommer, während die anderen Mäuse fleißig Körner für den Winter sammeln, in der Sonne liegt und träumt. Und als die anderen fragen, was sie dort täte, antwortet die Maus: „Ich sammle Farben!“. Doch dann kommt der Winter, die Mäuse leben zurückgezogen in ihrer Höhle und zehren von ihren Vorräten. Aber der Winter dauert lange und die Vorräte sind bald aufgebraucht. Und hungrig fragen die Mäuse: „Frederic, was ist eigentlich mit deinen Vorräten, die du gesammelt hast?“ Und Frederic steigt auf einen Stein, schließt die Augen und beginnt, von den Farben, der Liebe und der Poesie des Lebens zu erzählen, die er im Sommer in sich aufgenommen hatte. Und das Erstaunliche geschieht, dass nämlich all das, von dem Frederic zu erzählen und berichten wusste, die Mäuse satt, froh und glücklich macht.  

Liebe ist stark wie der Tod. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, so dass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. (Hld 8,6f.) Auf diese flammende Liebe Gottes strebt im Frühling alles hin: auf Ostern, auf den Tag, an dem wir diese Liebe Gottes feiern. Vorerst ist Winter. Doch wir werden der Boten des strebenden Frühjahrs schon hier und da gewahr. Das Ende des Winters kündigt sich an, auch wenn die Nasen oft noch tropfen und die Kälte in den Fingern beißt. Erst der Winter, die lange Kälteperiode, lässt uns den Wechsel der Jahreszeiten deutlich erleben. Die Freude auf den Frühling kann uns an den Schöpfer erinnern, der uns Jahreslauf und Zeit, Winter und Frühling, Kälte und Wärme, Helles und Dunkles, Tod und Leben spüren lässt. Oder wie es in dem Frühlingslied heißt:

 

Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her,

der Strohhalm und die Sterne, der Sperling und das Meer.

Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst von ihm,

das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm.

 

Alles kommt her von Gott, seine Schöpfung, seine Liebe meint es gut mit uns.

Sie macht das Dunkel hell und Schnee und Eis zu Wärme und Licht. Seine Liebe lässt uns alle Winter überstehen, die Liebe, von der der Apostel Paulus sagt, dass sie die größte sei von den Lebenskräften, die uns bleiben. (1.Kor 13,13)